Die Berichterstattung über die Verbreitung des Coronavirus überschattet alle anderen Meldungen von Krisen und Notständen. Die verheerende Brandkatastrophe in Moria auf der griechischen Insel Lesbos, wo über Nacht 13.000 Menschen, darunter viele Kinder und Jugendliche, obdachlos wurden, ist bereits in Vergessenheit geraten. Das Drama von Moria spielte sich bereits Jahre vor dieser Brandkatastrophe ab. Medizinischer Notstand, keine Schulbildung für Kinder, kein regelmäßiger Zugang zu Wasser sowie unerträgliche hygienische Bedingungen beschreiben sowohl die Situation in Moria vor dem Brand als auch die jetzige im provisorischen Ersatzlager Kara Tepe. Entwicklungsminister Gerd Müller bezeichnete es deswegen als „Katastrophe mit Ansage“.

Die Bundesrepublik hat sich nach langem Zögern bereit erklärt, bis zu 1.553 Menschen aus Griechenland im Wege einer humanitären Aktion aufzunehmen. Der Bund wird dem Freistaat Bayern aus diesem Kontingent 100 anerkannt schutzberechtigte Menschen zuteilen. Spontan haben sich viele Kommunen in Deutschland bereit erklärt, Menschen von griechischen Inseln aufzunehmen, u.a. auch mindestens 16 Kommunen in Bayern, z.B. unsere Nachbarstadt Olching.
Auch die Menschen in Puchheim können ein Zeichen der Humanität setzen!

Um die Aufnahme einer Familie oder einer Einzelperson aus einem griechischen Flüchtlingslager zu ermöglichen, sucht der Asylhelferkreis Puchheim einen Vermieter, der Wohnraum zur Verfügung stellen kann. Der Helferkreis steht in Miet- und Behördenfragen gerne beratend zur Seite. Das Jobcenter übernimmt die Mietkosten, bis die Einzelperson oder die Familie selbstständig genügend Geld erwirtschaften kann. Ebenso dringend sucht der Helferkreis nach wie vor Wohnungen jeglicher Größe für die Geflüchteten, die bereits seit vielen Jahren in der Gemeinschaftsunterkunft in Puchheim untergebracht sind. Die Wohnsituation in diesem Gebäude ist kaum zumutbar.

Wir berufen uns auf Artikel 2 des Vertrages über die Europäische Union, „Die Werte, auf die sich die Union gründet, sind die Achtung der Menschenwürde, Freiheit, Demokratie, Gleichheit, Rechtsstaatlichkeit und die Wahrung der Menschenrechte einschließlich der Rechte der Personen, die Minderheiten angehören“, wenn wir eine faire und humane deutsche und europäische Asylpolitik fordern. Die Aufnahme von Geflüchteten dient in diesen Zeiten nicht nur der Stabilität Europas, sondern ist auch ein Zeichen christlicher und sozialer Solidarität mit Menschen auf der Flucht vor Krieg, Hunger und Vertreibung sowie mit den Bürgerinnen und Bürgern an den Außengrenzen Europas. Diese Solidarität darf nicht bei der Zahl 1.553 enden!

Der Asylhelferkreis Puchheim, unterstützt durch den Bürgermeister Norbert Seidl, die Referentin für Soziales und Integration Rosmarie Ehm sowie den Pfarrer des kath. Pfarrverbandes Andreas Lederer ruft alle Puchheimer Bürgerinnen und Bürger zur Solidarität mit den geflüchteten Menschen auf den griechischen Inseln auf.

Gemeinsam sollte es uns doch gelingen, eine Herberge für Menschen in Not zu finden und den Geflüchteten wie ein guter Wirt die Tür zu öffnen.
Mit Ihrer Hilfe kann der Weihnachtsfriede auch nach Moria und in die Gemeinschaftsunterkunft in der Siemensstraße kommen!

Asylhelferkreis Puchheim